Stadt Asperg

Seitenbereiche

Seiteninhalt

Allgemein

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Geschichte der Stadt Asperg ist eng mit der reichen Geschichte des Hohenaspergs verbunden. Der Hohenasperg – 356 m hoch – oft auch als „der höchste Berg Deutschlands“ bezeichnet, liegt im Norden der Stadt und überragt diese um ca. 90 m. Wohl im ganzen Unterland ist kein Berg zu finden, der eine solch umfassende Rundschau über das weite Gebiet des mittleren Neckarlandes bietet.

Der Berg diente schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit als Fliehburg und Fürstensitz. Er war ein überregionales Machtzentrum. Das „Kleinaspergle“, auf der Anhöhe südlich der Stadt heute noch zu sehen, ist ein keltisches Hügelgrab aus der Zeit um 400 vor Christi Geburt. Die eindrucksvollen und archäologisch weltberühmten Grabfunde aus der Nebenkammer des „Kleinaspergle“ und auch aus dem Prunkgrab „Grafenbühl“ sind heute im Landesmuseum Württemberg zu sehen. So z. B. die einzige nördlich der Alpen gefundene Sphinx, eine keltische Schnabelkanne und goldene Trinkhornenden.

Als dann um 500 nach Christi Geburt die Franken die Alemannen südwärts drängten, wurde der Berg ein fränkischer Herrensitz und Sitz eines fränkischen Gaugrafens, dem auch das Gaugericht unterstand. Im Jahr 819 findet sich eine erstmalige Nennung Aspergs in einer Urkunde des Klosters Weißenburg im Elsass.

Aus dem ehemaligen Klosterhof am Fuße des Hohenaspergs ist dann ein Dorf erwachsen, das zunächst den Namen Weihenberg erhielt. Auf dem Berg gab es gegen Ende des 13. Jahrhunderts ein Städtchen, das mit Privilegien und 1304 erstmals schriftlich bezeugt mit einem Stadtstatus ausgestattet war. 1510 wurde von Herzog Ulrich ein eigenes Stadtrecht, vergleichbar dem der zweiten Residenzstadt Tübingen, verliehen. 1534 wurde das Städtchen vom Berg nach Weihenberg, jetzt Unterasperg genannt, verlegt.

Die stets wechselvolle Geschichte des Hohenaspergs und damit auch des am Fuße des Aspergs sich langsam ausbreitenden Dorfes war geprägt von den Wirren der damaligen Kriege und insbesondere der Belagerung der Festung Hohenasperg 1519 durch den Schwäbischen Bund. Albrecht Dürer hat dies in einer Federzeichnung festgehalten.

Am schlimmsten für Asperg war aber die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), in welcher der Hohenasperg von August 1634 bis Ende Juli 1635 belagert wurde. Die Bevölkerung des Städtchens floh in alle Richtungen. Fast kein Haus blieb vor der Zerstörung verschont. Erst langsam kehrten die Geflüchteten zurück. Kurz vor Ende des Krieges zerstörte eine gewaltige Feuersbrunst einen Großteil der wieder aufgebauten Häuser. Die Stadt wurde erneut aufgebaut, und neue Kriege, Belagerungen und Zerstörungen gingen über sie hinweg.

Hatte Asperg bisher ein eigenes Amt in Altwürttemberg gebildet, das einen eigenen Abgeordneten in die landständische Versammlung nach Stuttgart senden durfte, so änderte sich dies im 18. Jahrhundert. Auf herzoglichen Befehl wurde im Jahr 1714 mit dem Bau der Stadt Ludwigsburg begonnen. Die neue Residenz sollte mit einem Amt verbunden werden. Hierzu waren einige Gemeinden notwendig und ausersehen. Asperg verlor deshalb seine Stadtgerechtigkeit. Dies dauerte bis ins Jahr 1875 an, als Asperg nach langem Ringen wieder zur Stadt erhoben wurde.

1848/49 wurde die Festung als Staatsgefängnis und als „Demokratenbuckel“ berühmt, weil zahlreiche führende Köpfe der liberalen und demokratischen Bewegung dort inhaftiert waren.

Im 19. Jahrhundert vollzog sich eine gewaltige Umschichtung des gesamten Wirtschafts- und Verkehrslebens in der Stadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bot Asperg das Bild einer ländlichen Siedlung. Bauern und Weingärtner bestimmten das äußere Bild der Gemeinde. Einziger Industriezweig war im Laufe dieses Jahrhunderts zunächst die Gipsgewinnung.

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Handel mit Gips im 14. Jahrhundert. 1859 waren neun Gipsmühlen am Ort, in denen der in den Gipslagern des Berges gebrochene Gips verarbeitet wurde. Als im Jahr 1847 die Eröffnung der Bahnstrecke Ludwigsburg–Bietigheim erfolgte, bekam Asperg Anschluss an den Schienenverkehr. Noch war das Bahnhofsgebäude weit von der eigentlichen Siedlung entfernt, aber im Laufe der nächsten Jahrzehnte wuchs das Wohngebiet immer mehr dem Bahnhof entgegen.

Bedeutende Industriezweige etablierten und entwickelten sich in Asperg. Die erste württembergische Eisschrankfabrik, die dann unter dem Namen „Eisfink“ weltbekannt wurde, oder die Stahlgießerei der Firma Streicher aus Stuttgart-Bad Cannstatt und aus kleinen Anfängen heraus auch eine Möbelindustrie. Die stetig wachsende Einwohnerzahl, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, erforderte es, verschiedene wichtige Aufgaben in Angriff zu nehmen und durchzuführen. Betrug die Bevölkerungszahl im Jahr 1945 noch 4.700 Einwohner, so kletterte sie im Jahr 1970 auf knapp 13.000 Einwohner und hält sich seither in diesem Größenbereich. Die Wasserversorgung, die Gasversorgung, Kanalisation und Kläranlagen wurden erweitert bzw. neu gebaut. Wohn- und Industriegebiete entstanden. Enorme Arbeit wurde auf dem schulischen Sektor geleistet, die Goetheschule erbaut und erweitert, die Friedrich-Hölderlin-Schule als Grund- und Hauptschule neu erstellt, das Friedrich-List-Gymnasium im Schulzentrum „Lange Äcker“ errichtet und zusammen mit der Nachbargemeinde Tamm eine Realschule betrieben. Eine Kleinturnhalle, die Stadthalle und die Rundsporthalle mit 500 Zuschauerplätzen, ein Lehrschwimmbecken und ein großes Freibad folgten und bieten noch heute sowohl den Schülern als auch dem Vereinssport alle sportlichen Möglichkeiten. Eine ganze Reihe Kindergärten, Spielplätze und sonstige Aufgaben wurden in diesem Zeitraum ebenfalls vollendet.

Der neu geschaffene Eltern-Kind-Bereich des Freibades führte zu einer wesentlichen Steigerung der Attraktivität der Badeanlage. Es entstanden zudem der Bahnhofsvorplatz mit Park-and-Ride-Plätzen, das Sport- und Freizeitzentrum Osterholz sowie das Haus der Senioren mit Stadtarchiv sowie zwölf öffentlich geförderte und zwei stadteigene Altenwohnungen. 1990/1991 wurde das Rathaus umfassend modernisiert und erneuert. Seit dessen Fertigstellung befinden sich alle städtischen Ämter unter einem Dach. Im April 1994 wurde der dreigruppige Kindergarten an der Wilhelmstraße eingeweiht. Ebenfalls im Frühjahr 1994 übergab man das erste Asperger Kleeblatt-Pflegeheim und 14 altengerechte Wohnungen ihrer Bestimmung. Zum Jahresbeginn 1995 ging der Erweiterungsbau der Friedrich-Hölderlin-Schule in Betrieb. Nach langen Bemühungen wurde die Landesstraße nach Tamm ausgebaut. Anfang 1996 begann das Bodenumlegungsverfahren für das Wohngebiet „Lange Äcker/Überrück“. Nach kurzer Umbauzeit entstanden im Jahr 1998 jeweils zwei Gruppen im Kindergarten Badstraße und im Kindergarten in der ehemaligen Schubartschule. Zum 1. Januar 1999 wurde die Gasversorgung an die Stadtwerke Ludwigsburg verkauft. Im Jahr 1999 wurde mit den Erschließungsarbeiten im Wohngebiet „Lange Äcker/Überrück“ begonnen. Nach langen Jahren der Diskussion wurde ein Kompromiss für die Zukunft der alten Sportplätze gefunden: Ein Bürgergarten und eine neue Sporthalle entstanden zwischenzeitlich auf den Flächen. Zur Jahrtausendwende standen im Freibad Arbeiten zur Verlegung des Eltern-Kind-Bereiches und zur Geotextilsicherung an.

Danach entstand um das Rathaus die neue Stadtmitte. Sie wurde 2007 eingeweiht. Für Gemeinderat und Verwaltung gilt es, auch in Zukunft die Herausforderungen für eine Weiterentwicklung der Stadt, insbesondere bei der Verkehrsplanung, dem Stadtentwicklungsplan „Asperg 2020“, der Flurneuordnung und weiteren touristischen Entwicklung des Hohenaspergs, den veränderten Vorgaben bei der Kinderbetreuung und den weiteren Anforderungen im Zuge der demografischen und finanziellen Entwicklungen, zu meistern.

Diverse Bücher und Broschüren zur Asperger Historie sind an der Infothek im Rathaus zu erwerben bzw. in der Stadtbücherei ausleihbar.