Stadt Asperg

Seitenbereiche

Seiteninhalt

Michaelskirche

Michaelskirche, Kirchplatz 1

Michaelskirche
Michaelskirche

Die evangelische Michaelskirche wurde 1556/57 als Chorturmkirche erbaut. 1591 wurde sie um einen Chor mit Netzgewölbe erweitert und nach Süden enstand das große Kirchenschiff. 1647 wurde die Empore vom Asperger Zimmermann Daniel Geißel erbaut. Der Schneckenturm (Frührenaissance) ermöglicht den Zugang von außen zur Empore. Über dessen Eingang finden sich zwei Wappen, das Ortswappen (mit Aspe und Hirschhörnern) und das Wappen der Grafen von Asperg (mit dreizipfeliger Kirchenfahne) darüber die Jahreszahl 1614. Weitere Umbauten der Kirche erfolgten in den Jahren 1948, 1956-60 (Erweiterung des Kirchenschiffs und Deckensicherung mit Stahlkonstruktion) und 1982/83 (Fensterbauarbeiten).

Besonders hervorzuheben ist die aus Stuck gearbeitete Kanzel an der Nordseite des Chorbogens. Als Kanzelträger ist Moses mit den Gesetztafeln dargestellt. Die Figur wird um 1610 datiert und dem Bildhauer Georg Müller zugeschrieben, der bis 1631 in Stuttgart nachweisbar ist. Der Kanzelkorb, an dem in den Rundbogen die vier Evangelisten mit ihren Symbolen und der Schalldeckel über der Kanzel mit St. Michael und dem besiegten Luzifer als Bekrönung stammen wohl aus derselben Werkstatt.

Der Schlussstein im Chor zeigt das plastisch gearbeitete Vollwappen des Herzogs Friedrich von Württemberg um 1600.

Das 2,1 m hohe, ausdrucksstarke Kruzifix ist aus Holz geschnitzt und farbig gefasst. Es gibt sich als eine nachmittelalterliche Arbeit aus der Wende zum 17. Jahrhundert zu erkennen. 

Der Chor wurde 1591 im traditionellen, gotischen Stil errichtet. Er erhielt Maßwerkfenster und ein Netzrippengewölbe, das aber nicht wie üblich aus Werksteinen hergestellt wurde, sondern aus Stuck.  Die Gewölbeansätze gehen von nahezu lebensgroßen Halbfigurenkonsolen aus, die Christus und die Apostel darstellen. Charakteristisch für den Stil der Asperger Figuren sind ihre ausfahrenden, ungelenken, eckigen Armbewegungen und ihre strähnig-struppigen Haare.

Wahrscheinlich waren schon im Jahr 1560 eine oder mehrere Kirchenglocken vorhanden, Die Heimkehrerglocke aus dem Jahr 1701 hat eine bewegte Geschichte hinter sich, sie wurde 1942 abgenommen und ist 1948 wieder in den Glockenstuhl heimgekehrt.  Das heutige Geläut besteht aus drei Bronzeglocken und hat die Töne g-a-h. Das Gewicht der neuen Glocken beträgt 10 bzw. 6 Zentner.

Im Kircheninnern findet sich das Grabmal des Philipp Friedrich von Rieger. Von Rieger war von 1772 bis zu seinem Tod 1782 Kommandant auf dem Hohenasperg. Er wurde mit herzoglicher Erlaubnis im Chor der Michaelskirche beigesetzt und Christian Friedrich Daniel Schubart, der 1777 auf dem Asperg eingesperrt worden war, hat die Inschrift auf dem Grabmal verfasst.