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Bürgermeister Ulrich Storer nach 24jähriger Amtszeit verabschiedet

Nach 24jähriger Amtszeit wurde Bürgermeister Ulrich Storer am Dienstag, 7.11.2017, in der Stadthalle verabschiedet.

Viele Asperger Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich persönlich vom langjährigen Stadtoberhaupt zu verabschieden. Auch zahlreiche ehemalige Weggefährten waren der Einladung in die Stadthalle gefolgt.

Mit rund 66% wurde Ulrich Storer bei sechs Gegenkandidaten am 5. September 1993 erstmals zum Bürgermeister gewählt und 2001 und 2009 im Amt bestätigt.

Mit drei Amtsperioden ordne er sich damit nahtlos in die Reihe der langen Amtszeiten der Asperger Bürgermeister ein, so Dr. Karl-Dieter Reimold bei seiner Begrüßung und Ansprache.

Vieles habe sich in diesen 24 Jahren geändert und zahlreiche Projekt konnten realisiert und umgesetzt werden, so Dr. Karl-Dieter Reimold.

Er erinnerte an die Erweiterung der Friedrich-Hölderlin-Schule, die Ausweisung des Gewerbegebietes Ludwigsburger Straße und des Wohngebiets Lange Äcker Überrück, den Bau des Bürgergartens, den Umbau des Freibads mit neuem Mutter/Kind- und neuem Eingangsbereich, den Neubau der Sporthalle am Bürgergarten und des Feuerwehrgerätehauses, den Bau der Neuen Mitte als wohl größtes Projekt und den Ausbau der Kinderbetreuung mit den Neubauten Kindergarten Wilhelmstraße und Berliner Straße, dem Schneckenhäusle und den Kinderhäusern Hölderlinstraße und Hutwiesen.

Während dieser 24jährigen Amtszeit erhielten das Schulzentrum und die Goetheschule weiterhin eine Schulmensa, die Ostumfahrung wurde gebaut, die Rebflurbereinigung am Hohenasperg vorangebracht, und in der Wettestraße wurde von der städtischen Bau- und Verwaltungs GmbH ein neues Geschäftshaus und eine Polizeidienststelle gebaut.

Zuletzt sei dann die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Bebauung des Geländes der ehemaligen Alu-Schmelze Bruch, die Planung einer neuen Sporthalle als Ersatz für die Rundsporthalle und die Erweiterung der Neuen Mitte nach Osten in den Fokus gerückt, so Dr. Karl-Dieter Reimold.

„Es ist wirklich erstaunlich, was man mit Phantasie, vorausschauender Planung, Beharrungsvermögen und zielstrebiger Arbeit unter Beachtung der geforderten Spardisziplin so alles hinbekommen kann“, resümierte er.

Er erinnerte auch an die zahlreichen Verpflichtungen, die mit dem Bürgermeisteramt in Verbindung stehen.

„So nebenbei warst Du noch Mitglied in der Verbandsversammlung Gruppenklärwerk Leudelsbach, den Zweckverbänden Bodenseewasserversorgung, Landeswasserversorgung und noch einigen mehr, Vorstandsmitglied in gemeinnützigen Vereinen wie dem Krankenpflegeverein, dem Lichtblick, dem Förderverein Kleeblattpflegeheime und Aufsichtsratsvorsitzender der Städtischen Bau- und Verwaltungs-GmbH. Ich finde, Du hast alle Funktionen eines Bürgermeisters mit Bravour ausgeführt und erfüllt.“

Es bliebe ihm deshalb nicht mehr viel zu sagen als: “Traumjob erledigt!“ und dafür danke zu sagen.

v.l.n.r.: 1. stellvertretender Bürgermeister Dr. Karl-Dieter Reimold, Bürgermeister Ulrich Storer und Landrat Dr. Rainer Haas
v.l.n.r.: 1. stellvertretender Bürgermeister Dr. Karl-Dieter Reimold, Bürgermeister Ulrich Storer und Landrat Dr. Rainer Haas
Als Abschiedsgeschenk des Gemeinderates überreichte Dr. Karl-Dieter Reimold ein Ruhekissen sowie einen Gutschein für ein Wellnesswochenende.
Als Abschiedsgeschenk des Gemeinderates überreichte Dr. Karl-Dieter Reimold ein Ruhekissen sowie einen Gutschein für ein Wellnesswochenende.

Landrat Dr. Rainer Haas stellte fest, dass mit Bürgermeister Ulrich Storer ein weiterer langjähriger und erfahrener Rathauschef im Landkreis in den Ruhestand geht. „Sie haben in Ihrer 24jährigen Dienstzeit das Gesicht Aspergs geprägt und sich konsequent und mit vollem Einsatz für die Weiterentwicklung der Kommune engagiert.“

Nach dem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Stuttgart war Bürgermeister Ulrich Storer zunächst Sachbearbeiter bei der Stadtverwaltung Stuttgart.

„Anfang der 1980er Jahre wechselten Sie in den Landkreis Ludwigsburg und wurden Hauptamtsleiter in Schwieberdingen. Mit Gerd Spiegel hatten Sie dort einen guten Lehrmeister  – einer eigenen Kandidatur im Jahr 1993 in Asperg stand also nichts im Wege“, führte der Chef der Kreisverwaltung aus. „Die Asperger waren mit Ihrer Amtsführung offensichtlich zufrieden, denn Sie wurden 2001 und 2009 jeweils wiedergewählt.“

Auch Landrat Dr. Rainer Haas hob hervor, dass in Ulrich Storers Amtszeit einige bedeutende Projekte fielen.

„Aber auch schwierigen Themen stellten Sie sich und verfolgten beharrlich die Interessen der Gemeinde und seiner Bürgerinnen und Bürger“, sagte er. Er dankte Bürgermeister Ulrich Storer für die verlässliche Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und wünschte ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute, vor allem Gesundheit, Muße sowie genügend Zeit für seine Familie und Hobbys.

Im Anschluss daran erinnerte Lures Bürgermeister Eric Houlley an das enge persönliche Verhältnis, welches in den vergangenen gemeinsamen 10 Jahren zwischen ihm und Bürgermeister Ulrich Storer entstanden sei. Ohne zu zögern sei er daher gemeinsam mit seiner Familie und weiteren Lurer Gemeinderäten sehr gerne der Einladung zur Verabschiedung von Bürgermeister Ulrich Storer gefolgt.

Mit Stolz könne Ulrich Storer auf das Erreichte in den drei zurückliegenden Amtsperioden zurückblicken, so Bürgermeister Eric Houlley.

Er erinnerte an die vielen gemeinsamen Treffen der beiden Partnerstädte in den zurückliegenden Jahren. Vor allem die Feierlichkeiten zum 40- und 50jährigen Jubiläum 2007 und 2017 blieben in besonderer Erinnerung. Ulrich Storer sei ein überzeugter Verfechter der deutsch-französischen Freundschaft. Gemeinsam sei es gelungen, die europäischen Ideale in beiden Städten zu leben. Er und seine Frau Beate seien daher in Lure immer und jederzeit auf das Herzlichste willkommen.

Bürgermeister Thomas Schäfer aus Hemmingen sprach für die Kolleginnen und Kollegen im Landkreis Ludwigsburg.

Er erinnerte an seine Zeit als Hauptamtsleiter in Asperg und gemeinsam Erlebtes.

„Du hast wirklich einen subtilen Humor und oftmals das Herz auf der Zunge und im Rückblick muss ich sagen, die Dienstbesprechungen in der Amtsleiter-Runde waren meist die kurzweiligsten und amüsantesten Termine der Woche“, so Bürgermeister Thomas Schäfer weiter.

Auch ein einmalig durchgeführter Neubürger-Spaziergang sei ihm in bleibender Erinnerung geblieben. „Dass dabei auch die Neubürger aus der Schubartstraße 20 eingeladen wurden, ging voll auf meine Kappe. Die Anstaltsleitung sagte höflich aber bestimmt eine Teilnahme ihrer Schützlinge ab.“

Er habe aber während seiner Asperger Zeit viel von Ihm gelernt. „Was ich sehr zu schätzen wusste, war die zumeist offene Bürotür und der kurze Draht zum Chef. Rücksprachen und in der Anfangszeit natürlich auch häufige Rückfragen waren unkompliziert und meist ad hoc möglich. Dieses Prinzip habe ich auch für mich in Hemmingen verinnerlicht.“

Er erinnerte daran, dass die Asperg bereits vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs für Kleinkinder eine wichtige Vorreiterrolle spielte.

„Geplant war ursprünglich eine Krippengruppe einzurichten. Die Nachfrage während der Bauphase bewog Dich aber zum raschen Handeln. Innerhalb einer Woche wurde umgeplant und aus einer dann drei Krippen-Gruppen im „Schneckenhäusle“ gemacht. Ich kann mich gut erinnern, dass der Bauamtsleiter sehr verdutzt war, als er aus dem Urlaub zurückkam und eine kaum mehr wieder zu erkennende Planung vorfand.“ Dies zeige aber exemplarisch die pragmatische, zupackende und lösungsorientierte Art von Ulrich Storer.

Ulrich Storer werde bei den Bürgermeistertagungen fehlen, so sein Resümee: „Dein geistreicher Wortwitz, ironische Einwürfe und manchmal sarkastische Zwischentöne bei verschiedentlichen Diskussionen werden wir in lebhafter Erinnerung behalten. Sie zielten aber immer darauf ab, am Ende ein gutes Ergebnis für alle zu erreichen.“

Lures Bürgermeister Eric Houlley danke Ulrich Storer für die vielen schönen Momente der Städtepartnerschaft.
Lures Bürgermeister Eric Houlley danke Ulrich Storer für die vielen schönen Momente der Städtepartnerschaft.
Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer verabschiedete Ulrich Storer stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen im Landkreis.
Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer verabschiedete Ulrich Storer stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen im Landkreis.

Bürgermeister Ulrich Storer erinnerte in seiner Ansprache an seinen ersten Auftritt bei der Kandidatenvorstellung auf der Bühne der Stadthalle im Wahlkampf 1993.

Er bedankte sich bei allen Gästen, insbesondere aber bei den vielen Asperger Bürgerinnen und Bürgern die der Einladung zu seiner Verabschiedung in die Stadthalle gefolgt waren.

„Es war etwas Besonderes für mich, heute Abend so viele alte Weggefährten wieder zu sehen, mit denen ich mich seit drei oder vier Jahrzehnten, mit einigen sogar noch länger, beruflich oder freundschaftlich verbunden fühle“, so Bürgermeister Ulrich Storer.

Er bedankte sich bei seinen beiden Stellvertretern, den Stadträten Dr. Karl-Dieter Reimold und Gerlinde Bäßler für die langjährige gute und unkomplizierte Zusammenarbeit.

Auch die Zusammenarbeit mit allen anderen Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates habe ihm meistens Freude gemacht, so Bürgermeister Ulrich Storer. „Es war spannend mit Ihnen zusammen die Entwicklung der Stadt Asperg über lange Zeit maßgeblich zu gestalten. Ich gebe zu, es war nicht immer einfach. Wir haben uns im Gemeinderat nichts geschenkt. Auf der Suche nach der besten Lösung ging es bisweilen hoch her und auch hart zur Sache. Wir haben heftig diskutiert aber nie gestritten.“

Er dankte auch allen ehemaligen Mitgliedern des Gemeinderates, die zu einer Zeit Verantwortung getragen hätten, als in Asperg richtungsweisende Entscheidungen getroffen wurden. Sie wären es gewesen, die der Verwaltung vertrauten und ihr auch zugetraut hätten, übergroße Aufgaben, wie zum Beispiel den Bau der Neuen Mitte zu realisieren.

Landrat Dr. Rainer Haas dankte er für die anerkennenden Worte und für die gute persönliche Zusammenarbeit wie auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreishauses.

„Unsere Zusammenarbeit wird mir in guter Erinnerung bleiben. Unser persönliches Verhältnis war eigentlich immer bestens. Dabei kam uns sicherlich zugute, dass seit wir uns kennen, und das sind mittlerweile auch mehr als zwanzig Jahre, wir nie einen Grund hatten uns ernsthaft auseinander zu setzen. Es ist also durchaus ein Vorteil, dass der Landkreis bei uns keine Erd- und Bauschuttdeponie betreibt und es hier keine Schienenstrecke zu aktivieren gibt“, fügte er ironisch hinzu.

Sein besonderer Dank galt auch Lures Bürgermeister Eric Houlley. Die Städtepartnerschaft mit Lure sei ihm immer eine Herzensangelegenheit gewesen.

„Eine meiner schönsten Aufgaben als Bürgermeister war während der gesamten Amtszeit die Städtepartnerschaft mit Lure. Von mittlerweile 50 Jahren durfte ich sie 24 Jahre lang begleiten. Ich habe in dieser Zeit viele positive Erfahrungen gemacht und neue Eindrücke gewonnen, habe freundliche und interessante Menschen aus Lure kennen gelernt und darüber hinaus noch viel dazu gelernt über Frankreich und die Franzosen.“

Sein Dank galt auch Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer für dessen Bereitschaft, ihn im Namen der Bürgermeisterkolleginnen und Kollegen zu verabschieden. Er erinnerte daran, dass Thomas Schäfer einst als Hauptamtsleiter in Asperg begann.

Bei seinem Resümee, was nach 24 Jahren Amtszeit unterm Strich geblieben sei, meinte er, dass sich Asperg stark verändert habe. Eine Stadt müsse sich aber auch laufend verändern und weiterentwickeln, so Bürgermeister Ulrich Storer weiter. Schließlich stünden die Kommunen in Sachen Infrastruktur wie Kinderbetreuung, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungsangebot und Arztversorgung in einem Wettbewerb. Vieles sei dabei gelungen, auch wenn es oftmals erhebliche Widerstände zu überwinden galt.

Sein besonderer Dank galt der Familie, seiner Ehefrau Beate und den beiden Kindern.

„Bei meiner Frau Beate bedanke ich mich herzlich für die großartige Unterstützung, dass sie mir zu Hause den Rücken frei hielt und mich geduldig bei zahllosen Veranstaltungen begleitet hat. Ich danke Dir für das Verständnis, das Du mir und dem Amt entgegengebracht und manche persönliche Einschränkung hingenommen hast.“

Die Kinder hätten den Beruf des Vaters gelegentlich als Belastung empfunden. „Ich danke euch, dass ihr das alles so ertragen und akzeptiert habt und trotzdem euren guten Weg gefunden habt.“

An seinen Nachfolger Christian Eiberger gerichtet sagte er: „Ich übergebe Ihnen eine in allen Belangen wohlgeordnete Stadt mit hervorragenden Perspektiven für die Zukunft, in der es aber auch noch viel zu tun gibt. Dazu wünsche ich Ihnen stets eine glückliche Hand."

Bürgermeister Ulrich Storer bei seiner Verabschiedung in der Stadthalle
Bürgermeister Ulrich Storer bei seiner Verabschiedung in der Stadthalle
Im Anschluss dankten die Asperger ihrem langjährigen Schultes mit Standing Ovations und lang anhaltendem Applaus.
Im Anschluss dankten die Asperger ihrem langjährigen Schultes mit Standing Ovations und lang anhaltendem Applaus.