Stadt Asperg

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Fahrradwerkstatt "Rad und Tat" in neuen Räumlichkeiten eröffnet

Mit der Schließung der landkreiseigenen Unterkunft in der Gartenstraße, wo die Radwerkstatt seit über zwei Jahren untergebracht war, haben sich der Arbeitskreis Asyl, die Diakonie Ludwigsburg und die Stadtverwaltung Gedanken gemacht, wie die Radwerkstatt in Asperg gehalten und somit die erfolgreiche Arbeit der vielen Ehrenamtlichen fortgesetzt werden kann. Erfreulicherweise konnte hierfür das im städtischen Besitz befindliche, zentrumsnah gelegene Gebäude Königstraße 23 gefunden werden.

Am Donnerstag, den 22.03.2018 fand die Einweihung statt, bei der sich die zahlreich erschienenen Besucher die neuen Räumlichkeiten anschauen konnten.

Zur Begrüßung sprach Herr Strecker von der Diakonie Ludwigsburg und ging zunächst auf die Historie der Radwerkstatt sein. Seit nunmehr über zwei Jahren, zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise, stellte das Projekt für die Diakonie den Einstieg in die Flüchtlingssozialarbeit dar. Mit der Absicht, Flüchtlingen Mobilität zu ermöglichen, wurden von der Diakonie landkreisweite Fahrradsammlung durchgeführt und daraus die Idee für eine Fahrradwerkstatt entwickelt.

In diesem Zusammenhang stellte Herr Strecker fest, dass es sich bei der Radwerkstatt nicht um ein Asperger sondern vielmehr um ein landkreisweites Projekt handle. So konnten bis heute mehr als 100 Fahrräder im gesamten Landkreis verteilt werden.

Zwei Aspekte des Projekts stellte Herr Strecker in den Vordergrund: Zum einen das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure, seien es die engagierten Ehrenamtlichen vor Ort, die hauptamtlichen Mitarbeiter der Diakonie, Langzeitarbeitslose, die im Rahmen des Projekts genauso beschäftigt wurden wie Flüchtlinge sowie die Polizei, welche die Durchführung der Verkehrstrainings maßgeblich unterstütze. Eine weitere Besonderheit des Projekts sieht Herr Strecker in der Zielgruppe. Hier stellte er zunächst fest, dass es sich um keine normale Werkstatt handle. Nur Inhaber eines Tafelausweises oder des städtischen Familienpasses können dort ein Fahrrad erwerben. Sie stelle somit keine Konkurrenz zu den Radhändlern dar. Vielmehr solle die Fahrradwerkstatt Rad und Tat Menschen Mobilität ermöglichen, die es sich sonst nicht leisten können. Ursprünglich nur für Flüchtlinge gedacht, wurde der Kundenkreis rasch auch auf Inhaber eines Tafelausweises erweitert.
Abschließend bedankte sich Herr Strecker herzlich bei allen, die an dem Projekt mitgewirkt haben und freut sich, mit ihnen in den neuen Räumlichkeiten ein neues Kapitel aufzuschlagen.

v.l.n.r.: die Integrationsbeauftragte der Stadt Asperg Gerlinde Bäßler, Bürgermeister Christian Eiberger und Martin Strecker von der Diakonie Ludwigsburg.
v.l.n.r.: die Integrationsbeauftragte der Stadt Asperg Gerlinde Bäßler, Bürgermeister Christian Eiberger und Martin Strecker von der Diakonie Ludwigsburg.
Die ehrenamtlichen Helfer der Fahrradwerkstatt.
Die ehrenamtlichen Helfer der Fahrradwerkstatt.

Bürgermeister Eiberger konnte in seiner Rede die Aussagen von Herrn Strecker in vollem Umfang unterstützen und unterstreichen. Es erfülle ihn mit Stolz, dass ein solch erfolgreiches landkreisweites Projekt – und damit verbunden das ehrenamtliche Engagement – in Asperg gehalten werden kann. Er hofft, dass dieses Musterprojekt viele Nachahmer finden wird und sicherte zu, dass die Fahrradwerkstatt auch weiterhin von der Stadt Asperg unterstützt wird.

Auch Bürgermeister Eiberger dankte allen am Projekt beteiligten und sprach ihnen für ihre Arbeit ein großes Lob aus.

Im Anschluss untermauerte Frau Bäßler, ehrenamtliche Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Asperg, anhand von ein paar Zahlen, was für ein Arbeitspensum von den Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr absolviert wurde: In durchschnittlich 15 Wochenarbeitsstunden pro Helfer wurden 220 Erwachsenen- und Kinderräder hergerichtet sowie zwölf Fahrradtrainings durchgeführt.

In den neuen Räumlichkeiten der Radwerkstatt in der Königstraße 23 haben ab sofort Inhaber eines Tafelausweises sowie seit neuestem auch Besitzer des städtischen Familienpasses der Stadt Asperg die Möglichkeit, günstig ein Fahrrad zu erwerben oder ihr Fahrrad für einen geringen Kostenersatz reparieren zu lassen. Die Fahrradwerkstatt Rad & Tat ist jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 11 – 15 Uhr geöffnet.

Im selben Gebäude befindet sich auch das Büro von Paolo Ricciardi, Sozialarbeiter der Ruprecht Stiftung. Herr Ricciardi bietet dort ein neues und unabhängiges Beratungsangebot für Menschen in schwierigen Lebenssituationen an. Neben Einzelfallhilfen werden auch Gruppenarbeiten angeboten oder Herr Ricciardi stellt Kontakt zu den zuständigen Fachstellen her. Herr Ricciardi ist auch telefonisch unter der Nummer 0175/9196504 zu erreichen.

Blick in die neuen Räumlichkeiten der Fahrradwerkstatt.
Blick in die neuen Räumlichkeiten der Fahrradwerkstatt.
Neu in der Fahrradwerkstatt: Paolo Ricciardi bietet ab sofort Beratungsangebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen an.
Neu in der Fahrradwerkstatt: Paolo Ricciardi bietet ab sofort Beratungsangebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen an.